08.06. - 11.08.2019

TAM TAM

Ina Bierstedt
Susanne Lorenz

Ausstellungseröffnung: Freitag, 7. Juni 2019, 19 Uhr
Begrüßung: Clara Herrmann, Bezirksstadträtin für Kultur und Weiterbildung
Einführung: Dr. Angelika Richter, Kunstwissenschaftlerin


Tam Tam
Was wird denn heut gespielt?

Ina Bierstedt und Susanne Lorenz befassen sich in Tam Tam mit gesellschaftlichen Formen der Aufführung
zwischen politischem Aktivismus und Lähmung, kollektivem Gedenken und Beschweigen einer vergangenen oder erneuten „Wendezeit“.

Die in Hannover geborene Bildhauerin Susanne Lorenz beschäftigt sich in ihrer aktuellen Werkreihe „Familie Schweben / Agility“ mit dem politischen Körpergefühl zwischen Akteur- und Zuschauerdasein, Zielfülle und Bezugsleere. Ihre Arbeiten visualisieren das Pendeln zwischen Handeln und Geschehenlassen und sind inspiriert u.a. vom sogenannten Agility und dessen Geschicklichkeitsübungen für Mensch und Tier zur Verbesserung der Körperagilität und sozialen Kommunikation. Während die „Wippe Los“, die „Tribüne Hey Ho“ und die „Kreisel WeMe / „MirWir“ das Schweben zwischen Zaudern, Aktion und Vorführung spürbar machen, zitiert „Whisper“ das Graffiti eines anonymen Protestes in der DDR und zeigt, wie sich geschichtliche Bilder tradieren und in veränderter politischer Lage neu aufladen und Sinn erzeugen können. So scheint „Befreit uns nochmal“ höchst aktuell bezüglich der Frage nach einem derzeitigen UNS, dessen aktiver und passiver Rolle, sowie einem WOVON.

Ina Bierstedt, die in der DDR geboren und aufgewachsen ist, thematisiert in ihrem neuen Werkzyklus „Canterville“ die andere Seite des Erinnerns, die Spielarten des Verdrängens und Vergessens. Bilder vom Zirkus, als Ort der Unterhaltung und des Spektakels, spielen hier ebenso eine Rolle, wie ihre Kindheitserinnerungen an den unverwüstlichen Blutfleck im Teppich in einem alten englischen Gutshaus aus dem Fernsehfilm „Das Gespenst von Canterville“ nach einer Erzählung von Oscar Wilde: Ein namhafter Geist soll für einen Spuk in einem alten englischen Haus verantwortlich gewesen sein. Die einziehende amerikanische Familie lässt sich nicht einschüchtern und anstatt sich zu fürchten, kämpft sie gegen jegliche Spukversuche mit modernsten Hilfsmitteln an. Ina Bierstedt verwendet in ihrer Malerei der Serie „Barocke Tarnung“ den aus der DDR bekannten Strichtarn als Bildträger. Dieser Tarnstoff findet heute im Militärischen keinen Einsatz mehr. In der räumlich-installativen Arbeit „Outwork“ verknotet sie diesen Stoff zu einem überdimensionierten Seil, welches sowohl an eine entspannende Liegemöglichkeit als auch an ein träge bewegliches Fitnessgerät erinnert.

Im internationalen Spektakel gehört der Auftritt mit Tam Tam und das großzügige Verwenden von Superlativen zum Geleit einer gewinnversprechenden Performance. Mittendrin kommen spezifische Motive und real-existierende Erinnerungen wie ein leiser Spuk zurück. Für den politischen Körper kann sich das lähmend anfühlen oder schwindelig wie beim Turnen einer mehrfachen „Wendevorzurück". Wir sind die Körper des Schwindels und der Lähmung und irgendwo, vielleicht in feinen bis artistischen Dreh- und Balanceübungen lässt sich die Haltung finden - bevor es kippt.


Sonntag 16. Juni 2019, 17 Uhr
wendevorzurück
Gespräch über künstlerische und politische Aktion vor 1989 in Ost und West
mit den Autor*innen/Künstler*innen Gabriele Stötzer (Erfurt) und Wolfgang Müller (Berlin)
Moderation: Tina Bara, Fotografin

Sonntag, 11. August 2019, 16 Uhr
Finissage mit artistischer Darbietung


www.inabierstedt.de
www.susanne-lorenz.de

Mit freundlicher Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien und Fonds Ausstellungsvergütungen für bildende Künstlerinnen und Künstler.


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Faltblatt





13.04. - 02.06.2019

Margot Sperling // Marguerite Blume-Cárdenas

Margot Sperling, Malerei und Zeichnung
Marguerite Blume-Cárdenas, Skulptur

Ausstellungseröffnung: Freitag, 12.04.2019, 19 Uhr
Begrüßung: Clara Herrmann, Bezirksstadträtin für Kultur und Weiterbildung
Einführung: Dr. Anita Kühnel, Kunsthistorikerin
Musik: Nadja Moser, Cello


Im April feiert die Malerin Margot Sperling ihren 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigt die alte feuerwache Friedrichshain Zeichnungen, Aquarelle und Malerei,die Einblicke in vier Jahrzehnte ihres Schaffens gewähren. Seit ihrer Studienzeit 1967-1971 in Berlin Weißensee suchte die Künstlerin den Dialog mit einer dem Figürlichen verhafteten Bildhauerkunst. Wiederholt stellte sie mit Sylvia Hagen oder Gertraud Wendland aus, im projektraum diesmal mit Marguerite Blume-Cardénas.
Hinter diesem Dialog steckt die Suche nach verwandten, sich gegenseitig steigernden Haltungen, die den höchsten Ausdruck in der zurückhaltenden, zugleich bestimmten Form finden, das Gestische ebenso vermeidend wie die Narration, dem Motiv verpflichtet und doch vom Sachinhalt auf das Forminhaltliche verweisend.

Marguerite Blume-Cárdenas findet in ihren aus dem Stein gehauenen Torsi menschlicher Figuren einen Grad an Reduktion, der zugleich dem Material huldigt und die Strukturen des Steins nutzt. Ihre kompakten Skulpturen entfalten eine innere, aus Kontemplation geborene Dramatik von nachdrücklicher assoziationskraft und gleichzeitiger Selbstverständlichkeit. Form und Rhythmus des Anatomischen sind soweit herausgearbeitet wie sich darin Haltungen offenbaren, die existentiell begriffene Zustände sichtbar machen.

Stille Übereinkunft mit dem Motivischen prägt die Arbeiten Margot Sperlings. Ihre Porträts, Landschaften, Interieurs und Stillleben künden von dem Beharren auf Gewissheiten, dem Aufspüren des Beständigen, der Suche nach ganzheitlicher Ordnung im Zueinander stabiler Formgefüge. Seit den 1990er Jahren hat sie die zunächst gedämpfte, erdhafte Farbigkeit verlassen zugunsten klarer Farbkontraste, treten die Dinge in versachlichter Klarheit hervor. Margot Sperling lässt sich stets von den Form-Mysterien der gegenständlichen Welt inspirieren, um sie in die eigene Kunstwelt zu überführen. Auf diese Weise werden selbst die unscheinbarsten Alltagsdinge wie Früchte, Schalen oder Messer durch ihre bildnerische Präsenz geadelt.
Dr. Anita Kühnel


Dienstag, 07. Mai 2019, 19 Uhr
Lesung Christine von Brühl
Gerade dadurch sind sie mir lieb. Theodor Fontanes Frauen

Kaum ein Autor hat so eindrückliche Frauenfiguren geschaffen wie Theodor Fontane. Ob Grete Minde oder Effi Briest, ob Mathilde Möhring oder Jenny Treibel – sie erscheinen allesamt heute lebendiger denn je. Oft verarbeitete Fontane seine realen Erfahrungen mit starken Frauen, zu denen seine Ehefrau Emilie und seine geliebte Tochter Martha gehörten, für seine Figuren. Christine von Brühl zeigt in faszinierenden Porträts die Welt der Frauen, die Fontanes Leben und sein Werk bevölkern.


Mit freundlicher Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien und
Fonds Ausstellungsvergütungen für bildende Künstlerinnen und Künstler.


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Ausstellungsansichten, Fotos: Mariam Aslanishvili



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23.02. - 07.04.2019

DER PURPURNE RAUM

Mirella Pietrzyk, Zeichnungen
Susanne Müller, Objekte und Skulpturen

Ausstellungseröffnung: Freitag, 22. Februar 2019, 19 Uhr
Einführende Worte: Dr. Karin Rase, Kunsthistorikerin

Der purpurne Raum mit Arbeiten von Mirella Pietrzyk und Susanne Müller ist die 16. Ausstellung der Ausstellungsreihe von mir aus, die Künstlerinnen aus Friedrichshain-Kreuzberg präsentiert.

Mirella Pietrzyk ist vorwiegend Zeichnerin. Ihre Bilder zeichnen sich durch rätselhafte (meist weibliche), surreal anmutende Figurationen aus. Die Bilder schaffen eine künstliche Realität ohne die äußere Realität in Frage zu stellen: das Dasein in den Perspektiven des Zukünftigen, Vergangenen, Parallelen, irgendwo, irgendwann – nicht ohne leise Zuversicht, jedoch nicht ganz ohne Schrecken.

Bei den Skulpturen und Objekten der Bildhauerin Susanne Müller handelt es sich um Artefakte, die an archaische Formen erinnern, auch von diesen inspiriert sind und in einem sakralen Kontext stehen. Sie hängen, liegen, lehnen und stehen im Raum. Oft gibt es Durchbrüche bzw. ausgesägte Leerstellen, durch die man hindurchschauen kann. Wohin schauen wir? In andere Welten, andere Zeiten, in uns selbst, ins Nichts, in Jenseitiges?



Samstag, 30. März 2019, 16 Uhr
Ausstellungsrundgang/Gespräch mit den Künstlerinnen

Freitag, 05. April 2019, 18 Uhr
Finissage
Instant-Composition mit Welt am Draht: Claudia Risch (fl, sax),
Thorsten Bloedhorn (e-git) und Thomas Gerwin (live-electr, perc)


Mit freundlicher Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien und Fonds Ausstellungsvergütungen für bildende Künstlerinnen und Künstler.


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Ausstellungsansichten, Fotos: Bernd Borchardt

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12.01. - 17.02.2019

LEBEN

Leben
Neun Positionen zu Biografie
Ergebnisse des Projektkurses Biografiearbeit am Photocentrum der Gilberto-Bosques-VHS Friedrichshain-Kreuzberg unter Leitung von Sibylle Hoffmann

Beteiligte Fotografinnen: Romy Bötticher-Timm, Anneliese Fechner, Gunda Güldner Sibylle Hoffmann, Almut Iser, Gabriele Kuhlewind, Constanze Kutschker, Max Moldau, Irina Voigt


Ausstellungseröffnung: Freitag, 11.01., 19 Uhr

Es sprechen: Peter Lattermann, Programmbereichsleiter für Fotografie
der Gilberto-Bosques-VHS Friedrichshain-Kreuzberg
Sibylle Hoffmann, Kursleiterin

In diesem Ausstellungsprojekt geht es um die Beschäftigung mit Lebensgeschichten: Biografien von Menschen aus dem Umfeld von Familie oder Freunden, aber auch von bekannten, berühmten Persönlichkeiten, die eine besondere Bedeutung für die Fotografinnen haben oder hatten als Vorbilder, Idole.
Die Biografie eines Menschen ist immer bezogen auf die Zeit, in der er lebt, also seine Gegenwart. In der Auseinandersetzung mit dem Leben eines anderen ergibt sich daraus ein Bezug zu dessen Vergangenheit und Zukunft.
Da Biografiearbeit immer auch Erinnerungsarbeit ist, ist das fotografische Bild wesentlicher Bestandteil einer Annäherung, die über eigene Fotografien, Archivbilder und ergänzende Texte gelingt. So gibt es in dieser Ausstellung Ansätze, die bewusst subjektive Schwerpunkte in der Auseinandersetzung mit bekannten Personen, aber auch mit der eigenen Familie setzen. Andere Arbeiten verwenden gefundenes Bildmaterial, stellen in fragmentarischer Weise neue biografische Zusammenhänge her und fragen nach dem, was bleibt.


Rundgang/Künstlerinnengespräch: Samstag, 26.01.2019, 15 Uhr
Finissage/Lesung zu biografischen Texten: Sonntag, 17.02.2019, 16 Uhr

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Foto: Anneliese Fechner






 


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