Veranstaltungen

Veranstaltungen

Dienstag // 11.09.2018 // 19 Uhr

Führung und Künstler*innengespräch

Der Kurator Harald Theiss im Gespäch mit den ausstellenden Künstler*innen.







Donnerstag // 13.09.2018 // 19 Uhr

Performance Monolith von Nezaket Ekici

Nezaket Ekici zeigt eine Performance, die sich mit dem Phänomen „Spiegel" auseinandersetzt und dessen künstlerische und kulturhistorische Sonderstellung bearbeitet.
Der Spiegel kommt auch in der Natur vor. Man denke nur an Wasseroberflächen, Eis oder auch Luftspiegelungen wie die „Fata Morgana". Auch im übertragenen Sinne haben wir Spiegeleffekte kennengelernt, wie etwa die Wiederholung des Gesagten durch Papageien, die spiegelbildlichen Handlungen von Primaten im Zoo und auch psychologische Reaktionsbildungen.
Die Künstlerin möchte in ihrer Performance der Frage nachgehen, was geschieht, wenn wir uns spiegelbildlich verhalten und was in uns geschieht, wenn wir spiegelbildliches Verhalten beobachten. Das spiegelbildliche Verhalten ist immer auch eine ästhetische Kategorie, getragen von Symmetrie und gleichförmiger und gleichzeitiger Bewegung.







Freitag // 28.09.2018 // 19:30 Uhr

Zur Tiefe der Oberfläche

WUNDERBLOCK. Salon für Kunst & Visuelle Kultur No. 27
zu Gast im projektraum

ZUR TIEFE DER OBERFLÄCHE. Physiognomik und die Suche nach dem Wesentlichen.

Jutta Person, Kulturwissenschaftlerin & Autorin
im Gespräch mit Andreas Rauth.


Als Physiognomik wird eine seit der Antike bestehende Theorie bezeichnet, die versucht, Wesenszüge der Persönlichkeit in der äußeren Gestalt abzulesen und systematisch zu begründen. Das Konzept scheint einleuchtend, denn im Alltag sind wir alle Physiognomiker. Eine besondere Konjunktur erlebte die Physiognomik im 18. und 19. Jahrhundert, wurde aber auch damals schon scharf kritisiert und in der Folge als unwissenschaftlich verworfen. In jüngerer Zeit hat sich der Philosoph Gernot Böhme mit der Physiognomik auseinandergesetzt und sie nicht mehr als Ausdrucklehre eines inneren Wesens gedeutet, sondern die Kraft der Physiognomie im Eindruck gefunden, den eine Gestalt auf einen Betrachter macht (Böhme 2013). In diesem Zusammenhang rückt für Böhme auch die Physiognomie von Tieren, Landschaften und Dingen in den Fokus. Neue Gesichtserkennungs-technologien scheinen hingegen den antiken Vorstellungen treu zu bleiben, wie ein Artikel im Guardian zeigt, in dem über Algorithmen berichtet wird, die eine homosexuelle Neigung auf Basis von Fotografien mit einer Genauigkeit von einundneunzig Prozent bestimmen können (hier). Nachdenklich stimmt auch die aktuelle Konjunktur der Physiognomik in der Wirtschaft, wo man sich erhofft, die Fähigkeiten von Bewerbern nach physiognomischer Analyse beurteilen oder die wahren Absichten des Geschäftspartners aus Erscheinung und Mimik ablesen zu können.

Bei unserem 27. Wunderblock-Abend, der im Kulturhaus Friedrichshain stattfinden wird, gehen wir mit der Kulturwissenschaftlerin Jutta Person der wechselhaften Geschichte der Physiognomik nach, die die Jahrhunderte überdauert hat, weil sie, so scheint es, gegen alle Vernunft einem ursprünglichen menschlichen Bedürfnis entspricht.

Eintritt frei







 




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